Inaktive Hausanschlüsse

Trinkwasser soll den Weg vom Wasserversorger zum Wasserhahn möglichst rasch zurücklegen. Auf dieses Ziel hin plant, baut und pflegt der Wasserversorger sein Leitungsnetz.

 

Wenn Wasser längere Zeit nicht fließt, sagt man, es „stagniert“. Stagnationswasser ist in etwa vergleichbar einem Lebensmittel mit abgelaufenem Verfallsdatum. Es ist zwar nicht zwangsläufig nachteilig verändert, doch entziehen sich nachteilige Veränderungen möglicherweise der unmittelbaren Wahrnehmung.

 

Stagniert Wasser in der Leitung, kann es Inhaltsstoffe des Materials der Leitungsrohre und metallische Korrosionsprodukte aufnehmen. Dadurch verschlechtert sicht unter Umständen innerhalb weniger Stunden die Qualität des Trinkwassers. Nach etwas längerer Zeit können sich auch mikrobielle Einflüsse aus Biofilmen (systembedingte Ansiedlungen und Stoffwechselprodukte gesundheitlich harmloser Bakterien auf den Innenflächen der Leitungsrohre) oder aus schwach durchströmten Winkeln des Verteilungsnetzes nachteilig bemerkbar machen – kurz: das Wasser verkeimt.

 

Wenn ein Wasserhausanschluss länger nicht mehr gespült wird, kann eine Rückverkeimung ins Hauptversorgungsnetz der Gemeindewerke Kirkel GmbH erfolgen, wofür der Hauseigentümer verantwortlich wäre. Das technische Regelwerk schreibt vor, dass eine Spülung vom Installateur vorgenommen werden muss, bzw. längstens nach einem Jahr die komplette Abtrennung der Versorgungsleitung vom öffentlichen Versorgungsnetz vorzunehmen ist.

 

 

Nutzerseitige Maßnahmen an Trinkwasser-Installationen unmittelbar vor und nach Zeiten länger Abwesenheit:

Dauer der Abwesenheit

Maßnahmen zu Beginn der Abwesenheit

Maßnahmen bei Rückkehr (Ende der Abwesenheit)

4 und mehr Stunden,
bis 2 Tage

Keine

Stagnationswasser ablaufen lassen

Mehrere

Tage

Wohnungen: Schließen der Stockwerksabsperrung

Öffnen der Stockwerksabsperrung, Wasser 
5 Min. fließen lassen.

Einfamilienhäuser: Schließen der Absperrarmatur hinter  Wasserzähleranlage

Öffnen der Absperrarmatur, Wasser 5 Min. fließen lassen.

Mehrere

Wochen

Selten genutzte Anlagenteile, wie z.B. Gästezimmer, Garagen- oder Kelleranschlüsse

…regelmäßig, mindestens monatliche Erneuerung des Wassers

Mehr
als 4 Wochen

Wohnungen: Schließen der Stockwerksabsperrung

Öffnen der Stockwerksabsp., Spülen  TrinkwasserInstall.

Einfamilienhäuser: Schließen der Absperrarmatur hinter  Wasserzähleranlage

Öffnung der Absperrarmatur, Spülen der Trinkwasser-Installation

Mehr
als 6 Wochen

Schließen  Hauptabsperrarmatur, Entleeren Leitungen (Frostschutz) Absperren der Zulaufleitung

Öffnen der Hauptabsperrarmatur, Spülen der Trinkwasser-Installation

Mehr
als 1 Jahr

Anschlussleitung von der Versorgungsleitung durch eine/n Fachfrau/mann abtrennen lassen

Benachrichtigung des WVU, Wiederanschluss

(Quelle: Umweltbundesamt)

 

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